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17.4.2014 : 15:05

Nachweis für besondere Qualität des Marburger Tumorzentrums am UKGM

Mehr Sicherheit für Patienten durch unabhängige Überprüfung der Leistungen


Marburg, 13. Januar 2014. Wenn es um die eigene Erkrankung geht, wünscht sich jeder von uns die bestmögliche ärztliche Betreuung und Behandlung. Das gilt umso mehr, wenn es sich dabei um eine Krebserkrankung handelt, die in nicht wenigen Fällen lebensbedrohlich ist.  Doch was sind die Qualitätsstandards für eine optimale Behandlung, wie und wo kann ich mir sicher sein, dass ich als Patient alle Möglichkeiten von der Diagnose bis zur Therapie vorfinde und von Ärzten betreut werde, die über ausreichend Erfahrungen in ihrem Fachgebiet verfügen?
Eine wichtige Orientierungshilfe bietet hier die Deutsche Krebsgesellschaft, die einen umfassenden Katalog von Anforderungen für eine optimale Behandlung von Patienten für einzelne Organkrebszentren und für Gesamtonkologische Zentren, wie das Marburger Tumorzentrum aufgestellt hat.  Damit möchte die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)nach eigenen Worten „die Entstehung von onkologischen Zentren mit einem festgelegten qualitativen Anspruch fördern und somit die  Versorgung von Krebspatienten verbessern.“

Die Überprüfung der umfangreichen Anforderungen wird von dem unabhängigen Institut OnkoZert im Auftrag der DKG in den Kliniken oder Zentren durchgeführt, die sich auf eigenen Wunsch einer solchen Qualitätsprüfung stellen wollen. Wenn alle erforderlichen Kriterien erfüllt sind, wird dies durch ein Zertifikat bescheinigt.

„Wir haben uns in den vergangenen Monaten dieser Überprüfung gerne gestellt, weil wir überzeugt sind, dass das Angebot unseres Tumorzentrums den Patienten eine optimale, professionelle und ganzheitliche Versorgung auf hohem Niveau bietet und freuen uns sehr, dass wir nun das Zertifikat als onkologisches Zentrum erhalten haben. Dieser Nachweis eines hohen Qualitätsstandards  bietet auch den Patienten mehr Sicherheit bei ihrer Entscheidung für eine Behandlung durch die ausgewiesenen Experten in unserem Hause“, betont Prof. Andreas Neubauer, Sprecher des Anneliese Pohl Comprehensive Cancer Centers Marburg (CCC).
Das CCC vereinigt unter seinem Dach zehn fachspezifische Krebszentren: das Brustzentrum Regio, das Gynäkologische Krebszentrum, das Carreras Leukämie Zentrum, das Prostatakarzinomzentrum, das Europäische Exzellenzzentrum für Neuroendokrine Tumore, das Zentrum für Interdisziplinäre Ambulante Chemotherapie, das Hautkrebszentrum, das Darmkrebszentrum, das Kopf-Hals-Tumorzentrum sowie das Zentrum für Psychoonkologie. Den Patienten steht somit ein ganzheitliches Behandlungsangebot zur Verfügung, das von der Diagnose über die Therapie bis hin zur psychologischen Unterstützung und individuellen Nachbetreuung reicht. Die jeweiligen Erkrankungen werden in wöchentlichen Tumorkonferenzen mit allen Experten der verschiedenen Fachrichtungen besprochen, so dass zeitnah ein auf den Patienten zugeschnittenes Therapiekonzept festgelegt werden kann.

Tumorforschungscenter erhält Namen von Anneliese Pohl

Fachbereich Medizin und Philipps-Universität würdigen Unterstützung

Das Comprehensive Cancer Center (CCC) der Philipps-Universität heißt ab sofort Anneliese Pohl Comprehensive Cancer Center. Damit würdigen der Fachbereich Medizin und die Philipps-Universität die Unterstützung und die Leistungen des Ehrensenators der Marburger Philipps-Universität und Ehrendoktors am Fachbereich Medizin, Professor Dr. Dr. Reinfried Pohl und seiner im Jahr 2008 verstorbenen Frau Anneliese Pohl.

,,Mit dem neuen Namen würdigen wir auf Dauer die außerordentlich großzügigen Förderungen durch die Familie Pohl, besonders die langjährige Unterstützung der Onkologie durch die Anneliese Pohl-Stiftung", sagte die Präsidentin der Philipps-Universität, Professorin Dr. Katharina Krause.

Prof. Pohl teilt mit, dass er die Erforschung von Ursachen, Diagnostik und Therapie der Krebserkrankungen mit 2,5 Mio. Euro aus der Anneliese Pohl-Stiftung und mit 2 Mio. Euro aus der Dr. Reinfried Pohl-Stiftung fördert.

Im Jahr 2005 wurde in Marburg das Comprehensive Cancer Center (CCC) gegründet, das nach US-amerikanischem Vorbild eine stärkere institutionale Zusammenarbeit der verschiedenen onkologischen Einrichtungen anstrebt und die Grundlage bilden soll, klinische Forschung zu fördern und zugleich Forschungsergebnisse aus vorangegangener Grundlagenforschung direkt in die klinische Behandlung zu überführen.

,,Reinfried Pohl schafft durch seine Förderung für die Marburger Krebsforschung eine herausragende Grundlage für einen Ergebnistransfer in die unmittelbare Krankenversorgung. Dadurch wird der onkologische Schwerpunkt am Marburger Universitätsklinikum erheblich und nachhaltig gestärkt", freut sich Professor Dr. Jochen A. Werner, Direktor der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM).

Professor Dr. Andreas Neubauer, Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie am UKGM dankt für eine erneute finanzielle Unterstützung Pohls für die Arbeit am CCC, die unter dem Motto steht ,,Krebs: Forschen, lehren, heilen". ,,Tumorerkrankungen sind die Geißel des 21. Jahrhunderts. Bundesweit sterben 250.000 Menschen an Krebs, jedes Jahr", so Neubauer. ,,Reinfried Pohl beschenkt unseren Fachbereich und unsere Universität durch eine großzügige Spende und stärkt die Marburger Onkologie in hervorragender Weise. Dafür danken wir ihm. Seine Spende unterstreicht die Stärke der Marburger Tumorforschung und fällt somit auf fruchtbaren
Boden. Das Anneliese Pohl Comprehensive Cancer Center wird dafür Sorge tragen, dass wir in Marburg Krebserkrankungen besser verstehen, und somit Heilungschancen verbessern können. Professor Pohls Zuwendung wird uns Ansporn sein, mehr und besser zu forschen, damit mehr Patienten von ihrem Krebs geheilt werden können."

Die Erforschung und Behandlung der Krebserkrankung prägt die Marburger Universitätsmedizin seit vielen Jahren. Gezielte Berufungen von Professorinnen und Professoren sowie der Aufbau des Instituts für Molekularbiologie und Tumorforschung, gegründet 1988 als Bestandteil der Philipps-Universität, bildeten die Grundlage für die Etablierung des Schwerpunktes Onkologie am Marburger Fachbereich Medizin. Neben der Forschung und Krankenversorgung wird in Marburg der Krebsbehandlung auch in der studentischen Lehre eine besondere Aufmerksamkeit beigemessen. Hierzu wurde erstmalig in der Bundesrepublik ein eigenes Schwerpunktcurriculum Onkologie gegründet, das von den Studierenden der Medizin mit großem Interesse wahrgenommen wird.

v.l.n.r: Professor Dr. Andreas Neubauer (Onkologie, Sprecher des CCC), Professorin Dr. Katharina Krause (Uni-Präsidentin), Professor Dr. Jochen Alfred Werner (HNO, Ärztlicher Direktor), Professorin Dr. Rita Engenhart-Cabillic (Strahlentherapie, stv. Sprecherin des CCC), Professor Dr. Klaus Jochen Klose (Studiendekan des Fachbereichs Medizin) und Professor Dr. Rolf Müller (Molekularbiologie und Tumorforschung) (Foto: Philipps-Universität Marburg)