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20.2.2020 : 8:33

Thoraxchirurgie

Die Thoraxchirurgie beschäftigt sich allgemein mit der operativen Behandlung von Erkrankungen der Lunge. Liegt ein Verdacht auf ein Lungentumor vor, so erfolgt zunächst eine umfassende Untersuchung des Patienten mit dem Ziel das Stadium einzuordnen. Es wird abgeklärt, um welche Art von Tumor es sich handelt und ob schon Lymphknoten- oder Fernmetastasen vorliegen. Dazu wird eine Positronenemissionstomographie (= PET) und eine endobronchiale Punktion (= EBUS) der Lymphknoten durchgeführt. Deutet das PET auf einen Befall der Lymphknoten hin bei gleichzeitiger cytologisch negativem Punktionsbefund der Lymphknoten, so führt der Chirurg in Vollnarkose eine sogn. Videomediastinoskopie durch. Im Rahmen dieses Eingriffes werden die Lymphknoten unter Sicht biopsiert. Somit leistet der Chirurg in der Diagnostik einen wertvollen Beitrag zum korrekten Staging. Dieses ist für die Planung der weiteren Behandlung und der Abschätzung der Prognose wesentlich. Zusammen mit Chemotherapie und Strahlentherapie ist die Chirurgie eine wesentliche Säule der Behandlung des Lungenkrebses. Liegt ein lokal operabler Tumor ohne Lymphknotenbefall vor, so stellt die operative Entfernung des Tumors die Behandlung der ersten Wahl dar. Diese Fälle können in der Regel auch durch die Schlüssellochmethode (= minimal –invasiv) durchgeführt werden. Dabei ist immer das Ziel möglichst viel Lungengewebe zu erhalten. Bei den fortgeschrittenen Fällen, die einen zentralen Lymphknotenbefall aufzeigen verfolgen wir ein sogn. neoadjuvantes Konzept. Dies bedeutet, dass vor einer operativen Entfernung des Tumors zunächst eine Chemotherapie durchgeführt wird. Dieses Vorgehen hat sich in internationalen Studien bewährt. In diesen Stadien operieren wir in der Regel durch einen offenen Zugang (= Thorakotomie), da die Entfernung des Tumors im Gesunden durchaus anspruchsvoll sein kann. Die Entwicklung der Chirurgie ist soweit fortgeschritten, dass auch erweiterte Resektionen mit guten Ergebnissen möglich sind. Dies beinhaltet nicht nur die Entfernung des eigentlichen Tumors, sondern auch der benachbarten anatomischen Strukturen wie z.B. den Herzbeutel oder die Brustwand. Unser Zentrum besitzt in diesem Bereich eine große Expertise, die bis hin zu Operationen unter Einsatz einer Herz – Lungenmaschine reicht. Unser Ziel ist es die Chirurgie bei vermeintlich fortgeschrittenen Fällen sinnvoll in das gesamte Behandlungskonzept zu integrieren um die besten Ergebnisse für unsere Patienten zu erzielen.

Selbst in palliativen Situationen, wenn bösartige Pleuraergüsse rasch nachlaufen, können wir durch eine minimal – invasiv durchgeführte Talkumpleurodese die Luftnot von Patienten bessern.

Zusammenfassend ist die Thoraxchirurgie in der Behandlung des Lungenkarzinomes ein integraler Bestandteil. Unser Zentrum bietet alle gängigen Operationsverfahren an, die mit entsprechender Expertise und Routine zum Wohl der Patienten durchgeführt werden.