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19.10.2019 : 6:19
Pneumologie

Welche Erkrankung liegt vor?

Aufgrund von unterschiedlichen Symptomen (z.B. Husten, Abhusten von Schleim oder Blut, Luftnot, Fieber, Gewichtsverlust, Schmerzen) wird vom behandelnden Arzt eine Röntgenuntersuchung oder ggf. auch eine Computertomographie des Brustkorbes veranlasst. Zeigt sich hierbei ein auffälliger Befund, kann es sich um unterschiedliche Erkrankungen, wie z.B. eine Entzündung, einen gutartigen oder auch bösartigen Tumor handeln.

Was passiert in der Klinik?

In der Klinik für Pneumologie werden einigen Untersuchen durchgeführt, um ohne Zeitverzögerung eine genaue Diagnose stellen zu können. In der Regel wird zunächst eine Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) durchgeführt, um Gewebeproben aus den Bronchien und/oder der Lungen zu entnehmen. Besteht der Verdacht auf das Vorliegen eines Tumors, wird zur genaueren Beurteilung der Ausbreitung der Erkrankung (Staging) in den meisten Fällen bereits während der ersten Bronchoskopie eine Ultraschalluntersuchung (EBUS, endobronchialer Ultraschall) und ggf. eine Nadelpunktion der mediastinalen Lymphknoten durchgeführt. Alle Gewebeproben werden im Institut für Pathologie unter dem Mikroskop untersucht, ggf. sind dann weitere immunhistochemische oder molekulare Untersuchen an dem gewonnenen Material notwendig.

Nur in wenigen Fällen ist eine operative Abklärung der mediastinalen Lymphknoten durch eine sogenannte Mediastinoskopie erforderlich.

Auf der Suche nach Streuherden (Fernmetastasen) der Erkrankung wird in den meisten Fällen eine Positionsemissionstomographie (PET-CT) durchgeführt. Möglicherweise ist eine Beurteilung durch eine Szintigraphie der Knochen, einen Ultraschall von Hals und Bauch sowie eine Kernspintomographie des Kopfes erforderlich.

Falls durch die Gewebeprobe im Rahmen der Bronchoskopie keine Diagnose gestellte werden konnte, werden möglicherweise Probeentnahmen von außen durch die Brustwand mit Unterstützung von Ultraschall oder Computertomographie durchgeführt.

Für die Planung der Therapie der Erkrankung ist die Leistungsfähigkeit des Körpers, insbesondere der Lungen, des Herzens und der Nieren entscheidend und zu berücksichtigen. Es werden hierzu verschiedene Funktionsuntersuchungen, wie eine Lungenfunktion (Bodyplethysmographie), Durchblutungsuntersuchung der Lungen (Perfusionsszintigraphie), eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) und ggf. eine Belastungsuntersuchung auf dem Fahrrad durchgeführt.

Sind alle Untersuchungsbefunde und Informationen vorhanden, werden diese in einer großen Tumorkonferenz vorgestellt und diskutiert. Vertreter aller Abteilungen, die an der Diagnosestellung und Therapie der Erkrankung teilhaben, sind in dieser Tumorkonferenz anwesend. Es werden gemeinsam alle weiteren Therapieschritte festgelegt. Diese werden dem Patienten und auf Wunsch im Beisein seiner Angehörigen ausführlich erläutert. Von Beginn an können wir den Umgang mit der Erkrankung erleichtern und psychologische Unterstützung in Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychosomatische Medizin und Phsychotherapie anbieten.

Sollte es im Verlauf einer bereits fortgeschrittenen Erkrankung zu anhaltender Luftnot durch Einengung der Atemwege kommen, können diese im Rahmen einer Lungenspiegelung ggf. geweitert oder wiedereröffnet werden. Hierzu stehen jederzeit alle modernen Techniken der interventionellen pneumologischen Endoskopie zur Verfügung:

  • starre Bronchoskopie, ggf. kombiniert in flexibler Technik
  • Bronchusdilatation
  • Kryotherapie, Kryorekanalisation
  • Argon-Plasma-Koagulation (APC)
  • Atemwegsstents
  • endobronchiale Strahlentherapie (Brachytherapie) in Kooperation mit der Klinik für Strahlentherapie.

Wird die Luftnot von einer immer wiederkehrenden Flüssigkeitsansammlung im Brustkorb (Pleuraerguss) hervorgerufen, kann ggf. ein dauerhaft einliegender, unter der Haut getunnelter Katheter eingesetzt werden, über den die Flüssigkeit abgeleitet werden kann. Somit wird eine Versorgung unter häuslichen Bedingungen ermöglicht.