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19.10.2019 : 6:57

Nuklearmedizinische Verfahren in der Diagnostik pulmologischer Krankheitsbilder

Nuklearmedizinische Untersuchungsmethoden ermöglichen durch den Einsatz von radioaktiv markierten Substanzen das Sichtbarmachen diverser Stoffwechselvorgänge des Körpers und spielen somit eine unverzichtbare Rolle sowohl in der Diagnostik pulmologischer Krankheitsbilder als auch in der präoperativen Vorbereitung chirurgischer Eingriffe.

Auch die Lungenszintigrafie basiert auf dem Prinzip den Metabolismus eines Organs darzustellen. Nach Injektion eines Radiopharmakons (eine Kombination aus einer organspezifischen Substanz und einer radioaktiven Strahlungsquelle) wird die vom Patienten ausgehende Strahlung im Körper mittels eines speziellen Untersuchungsgeräts, einer sogenannten Gammakamera, gemessen. Je nach Anreicherung der radioaktiven Substanz in der Lunge können unterschiedliche Krankheitsbilder schnell und in frühen Stadien mit einer hohen Sensitivität diagnostiziert werden.

Zur effizienten Behandlung der potentiell tödlichen, akuten Lungenembolie ist gerade die frühzeitige Erkennung dieses Krankheitsbilds essentiell. Durch den Einstrom eines venösen Blutgerinnsels aus z.B. einer tiefen Beinvene, welches sich bevorzugt durch lange Immobilisation oder Bettlägerigkeit bildet, kann es zu Verstopfung nachgeschalteter Lungenarterien kommen und den fortlaufenden Gasaustausch der Lunge behindern. Die Lungenszintigrafie wird zum Ausschluss einer Lungenembolie als vollwertige Alternative zu anderen diagnostischen Verfahren mit einer höheren Strahlenexposition eingesetzt.

Hierfür atmet der Patient zunächst ein radioaktiv markiertes Gasgemisch ein, um die Belüftung beider Lungenflügel darzustellen. Anschließend erfolgt zur Darstellung der Lungendurchblutung die venöse Gabe des Radiopharmakons. Ein Abgleich dieser beiden szintigrafischen Aufnahmen ermöglicht die frühzeitige Erkennung einer defizitären Lungendurchblutung im Vergleich zur Belüftung, was als diagnostisch wegweisend für die Lungenembolie gilt.

Die Kenntnis der Durchblutung der einzelnen Lungenflügel und deren quantitative Darstellung ist gerade vor thoraxchirurgischen Eingriffen / Lungenoperationen von enormer Bedeutung. Auch bezüglich dieser Fragestellung gilt die Lungenszintigrafie als effektives und etabliertes Verfahren.

Nicht nur in der Notfalldiagnostik nehmen nuklearmedizinische Verfahren einen hohen Stellenwert bezüglich pulmologischer Fragestellung ein. Zur Diagnosestellung und Stadieneinteilung bösartiger Lungenerkrankungen ist die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) eine seit Jahren etablierte und sensitive Untersuchungsmethode.

Hierbei werden dem Patienten radioaktiv markierte Biomoleküle, wie zum Beispiel Traubenzucker, injiziert, welche sich korrespondierend zur Zellfunktion des Körpers im Organismus anreichern. Vorrangig das Radiopharmakon FDG (Fluor-18-Desoxyglucose) hat sich in der Krebsdiagnostik durchgesetzt. Im Vergleich zu gesundem Gewebe reichert sich der Zucker verstärkt in entarteten, also bösartigen Zellen des Lungengewebes an und hilft somit bereits kleine Läsionen aufzuspüren. Auch Absiedlungen in Lymphknoten und anderen Organen können so sichtbar gemacht werden. Durch die Kombination dieser nuklearmedizinischen Untersuchungsmethode mit einer computer-tomografischen Schnittbildgebung (CT) ist eine noch bessere anatomische Darstellung der Lunge und somit exzellente Beurteilung potentiell bösartiger Zellen gewährleistet.